Präkrastination » Gegenteil von Prokrastination?

Prokrastination ist der Terminus technicus für die allgemein bekannte Aufschieberitis. Dieses Aufschiebeverhalten ist weit verbreitet.

Problematisch und pathologisch wird es allerdings dann, wenn Betroffene darunter zu leiden haben und es sich schwerwiegende Konsequenzen für das Berufs- und Arbeitsleben ergeben.

Wichtig ist zu begreifen, dass dieses Verhalten nichts mit Faulheit oder mangelnder Disziplin zu tun hat. Vielmehr sind Versagensängste, Depressionen oder eine Fehleinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit die Ursachen.

Auch ist es unter Umständen sinnvoll professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Präkrastination vs. Prokrastination

Präkrastination ist das entgegengesetzte Verhalten. Aufgrund der Beschleunigung der Arbeits- und Lebenswelt ist dieses Phänomen ebenfalls stark verbreitet. Die Betroffenen haben hier das Bedürfnis oder leiden unter dem Zwang eine Tätigkeit, sei sie beruflicher oder privater Natur, möglichst schnell auszuführen.

Motivieren tun sich Menschen dabei mit Aussicht auf potentiell mehr Freizeit und Anerkennung durch das soziale Umfeld. Zwar sorgt die prompt erledigte Arbeit meist für ein flüchtiges Glücksgefühl, aber das mehr an Freizeit erweist sich schnell als Illusion, weil für Betroffenen schon die nächste schnell zu erledigende Aufgabe wartet.

Sowohl Menschen, die prokrastinieren als präkrastinieren ist gemeinsam, dass es ihnen um eine gewisse Anerkennung geht, beziehungsweise, dass sie Angst haben diese zu verlieren.

Typen der Prokrastination

Die Forschung unterscheidet zwei Arten dieses Phänomens. Von Trait-Prokrastination ist die Rede, wenn diese ein permanenter integraler Bestandteil der Persönlichkeit ist. Sie kann in allen Situation auftreten. Sie lässt sich nur schwer therapieren.

Die State-Prokrastination hingegen ist ein erlerntes Fehlverhalten, dass nur in speziellen Situationen bei bestimmten Tätigkeiten auftritt. Hier haben Therapieansätze deutlich höhere Erfolgsaussichten. Auch ist diese Art zeitlich definiert.

Die Forschung geht davon aus, dass Prokrastination im Kontext von Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörungen auftritt. Es gibt auch Menschen, die ganz bewusst die Arbeit möglichst nahe an die Deadline heranrücken lassen, um sich so zu stimulieren und motivieren.

Die Leute tun das aber in der Regel freiwillig und erhoffen sich damit bessere Leistungen.

Fazit

Die meisten aller Studierenden haben schon einmal Erfahrung mit Aufschieberitis gemacht. Aber nur wenn damit ein wirklicher Leidensdruck und keine Strategie aus diesem Dilemma rauszukommen einhergeht, spricht man von einer psychischen Erkrankung.

Diese ist, wenn es sich um ein erlerntes Verhalten handelt, therapierbar. Du kannst Dir entweder selbst realistische Ziele setzen, Dir Deines eigenen Leistungsvermögens bewusst werden und so einen anderen Blick auf Dich und Deine Arbeitswelt generieren.

Oder aber Du suchst Dir professionelle Hilfe bei einem Verhaltenspsychologen, mit dem zusammen Du Konzepte entwirfst und erfolgreich umsetzt, um Deine Prokrastination zu überwinden.

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